EINLADUNG IN MEINE BILDERWELT

Stefan Robens

Meine Werke sind Teil meines therapeutischen Weges, mein schweres Geburtstraumata aufzulösen. Mein Ziel ist es, wenn die Zeit reif ist, zu sprechen. Ich gehöre zu den Menschen, die mit dem Asperger-Syndrom leben.

Meine Therapeutin ist die Chirophonetikerin und Künstlerin Anne Kempmann. Seit Februar 2020 besuche ich sie in ihrer Praxis für Heilkunde. Regelmäßig werde ich mit Chirophonetik behandelt, darüber hinaus erfahre ich mich beim Malen und Betrachten von Kunst.

Mit ihrer Methode Chirophonetik mit Kunst und 'Coachen mit Kunst als Interventionsmethode' zu verbinden, entwickelte sich aus dem Heilungsprozess heraus, das Projekt "Farben.Sphären.Klänge". Entstanden sind 14 Bilder, Texte und eine Dokumentation über das Asperger Syndrom, die Chirophonetik, die Geburtstraumen u.v.a. 

Im Rahmen einer Einzelausstellung werden meine Werke in der Genezareth Kirche in Aachen präsentiert. > Die Vernissage findet am Sonntag, 16. August 2020  von 11 - 16 Uhr statt.

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Nachfolgend sehen Sie Bildausschnitte aus meinen Bildern "Farben.Sphären.Klänge"

Die Originalwerke werden vom 16. August bis 11. September 2020 in der Genezareth Kirche

in Aachen zu sehen sein.

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Presse Aachen

 

Von Sabine Rother  .  Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten

Aachen. Mächtige Wogen, ein sprühendes Meer aus Blau und Türkis, sonnendurchleuchtete Luft, aber auch strukturiertes Grau, ein Fels – oder ein schwerer Gedanke: Der Künstler Stefan Robens (35) teilt sich mit – in Bildern, durch dynamisch kreisende Bewegungen sorgt er für sinnliche Eindrücke. Das ist seine Sprache, mit der er alles aufnimmt und allem nachspürt. Darüber sprechen kann er (noch) nicht. Stefan Robens ist Autist. Er lebt mit dem Asperger Syndrom. Seine Kommunikationsform ist das Malen und Verfassen poetisch-tiefsinniger Bildtitel und Reflexionen, die stets eine Botschaft enthalten. In der evangelischen Genezareth-Kirche, Vaalser Straße 349, zeigt eine Ausstellung unter dem Titel „Farben.Sphären.Klänge“ bis zum 11. September erstmals 15 zum Teil großformatige Werke des Aacheners, die alle erst in diesem Jahr entstanden sind – seit er wegen der Corona-Gefahr von seiner Wohngruppe in Gangelt nach Haus zurückkehren musste. Im hellen Tageslicht des Kreuzgangs bieten die Bilder viel Gesprächsstoff und zugleich die Möglichkeit zur Meditation.

„Wir sind sehr glücklich. Die Ausstellung ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung unseres Sohnes, das hätten wir nicht erwartet“, sagt Beate Robens, Mutter des Künstlers. Zusammen mit Ehemann Herbert nahm sie Kontakt mit Anne Kempmann, Chiropraktikerin, Trauma-Therapeutin und Coach für Kunst als Interventionsmethode, auf, um dem Sohn eine weiterführende Förderung zu ermöglichen – eventuell durch die von Anne Kempmann praktizierte „Chirophonetik“, eine anthroposophische Therapieform, bei der mit Sprache und Berührung gearbeitet wird. „Eines Tages habe ich Stefan einen Stift in die Hand gedrückt und ein leeres Blatt vor ihn gelegt“, erzählt Anne Kempmann. Im „dia.logis.malen“ lässt die Therapeutin den Patienten nicht allein, sie beginnt, er malt mit. Irgendwann malt nur noch er. Es ist eine Form der nonverbalen Kommunikation, die Stefan Robens sofort aufgriff und den Prozess fortsetzte – eigenständig und bald mit aufblühendem Farbspektrum.

Inzwischen ist es die Ölpastellkreide, mit der er Träumen und Gedanken, Wünschen und Sehnsüchten Ausdruck gibt. Das anfänglich stark reduzierte Grau-Schwarz im ersten Werk „Gegensätze und Unberechenbarkeit bestimmen unser Leben“ ist einer leuchtenden Palette gewichen – Rot, Gelb, viel Blau. „Als Kind hat er schon gern gemalt, wir haben das stets unterstützt und ihn in Malgruppen mit Kindern ohne Behinderung geschickt“, erinnert sich Beate Robens.

Das offensichtliche Talent des Künstlers, die Tiefe der Gedanken, die in die Bilder einfließen, wird nun auf diesem Weg erschlossen. „Menschen mit Asperger Syndrom sind Visionäre“, weiß Anne Kempmann. Durch die FC-Methode („Facilitated Communication“), bei der ein in seiner Kommunikation beeinträchtigte Mensch durch einen anderen, den „Stützer“, ermuntert wird, Buchstaben zu schreiben oder auf einer Tastatur zu tippen, kann Stefan ausdrücken, was ihn bewegt – und das ist eine Menge.

In einer Dokumentation zum Weg des Malers hat Anne Kempmann die wichtigsten Momente der künstlerischen Entwicklung festgehalten. Hier „erzählt“ Stefan Robens. Die Bilder, die häufig seinen Namen und den Titel als Schriftzeichen im Werk zeigen, zeugen von Poesie und einem tieferen Weltverständnis. Da gibt es eine zarte Frühlings-Impression: Unter dem Motto „Apfelgrüne Landschaft am Abend im Sommer“, entwirft Robens eine Szenerie mit wenigen Worten. „Es tanzt das Meer“ oder „Wasser und Erleuchtung in der Welt“ wecken die Fantasie. Wie ein Kolibri flattert ein imaginärer Flügel: „Blauer Engel und Ich“, so der sensible Titel.

Frühzeitig hat Robens das Meer kennengelernt. „Als Kind stand er lange im Wasser und blickte auf die Wellen“, erinnert sich Beate Robens. Was damals zu ihm vordrang, hat heute neue Reife erreicht. Sein Stil ist luftig, dynamisch und zeigt Farbsicherheit. Damit gelingt ihm Kommunikation, die sich durch die Begleitung seiner Kunst-Coach-Expertin weiterentwickeln kann. „Ich fühle mich heute viel mehr. Beim Malen habe ich keine Angst“, schreibt Stefan Robens. „Das ist befreiend.“ Und die Therapeutin weiß: „Seine psychische Widerstandskraft, die Fähigkeit zur Resilienz, wächst.“ Eine Umarmung zur Begrüßung? Menschen mit Asperger Syndrom meiden so etwas. Stefan Robens tut es.

 

 

 

 

 

 

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Beate Robens. Stefan Robens. Anne Kempmann

vor dem Bildwerk "Es tanzt das Meer" 

auf Leinwand 2,00 x 2,00 m

Stefan Robens während der Vernissage